Lebenspirituelle Reise

Der Mord des Selbst

Die Zeit steht still, Du musst Dich selbst erinnern zu atmen….

Du weißt gar nicht genau wie Dir geschieht, denn eigentlich geschieht nichts, zu minderst willst Du dass nichts geschieht. All das was Du gerade gehört, gesehen, gelesen und gefühlt hast,darf nicht wahr sein. Es kann nicht sein!

Die Zeit bewegt sich und Du erkennst das es doch so ist! Du spürst den Schock, die Traurigkeit, beginnst Dich zu erinnern wie es denn früher war…

Heute ist der 20.Juli 2017, wieder einmal höre ich das jemand mit dem ich tief verbunden bin sich das Leben genommen hat. Er ist mir nicht persönlich bekannt und doch hat seine Band, seine Stimme, mich eine sehr lange Zeit begleitet, tief berührt und aus einigen Tiefen gerettet. Und er weiß das gar nicht, schade! Keine 4 Wochen ist es her, als er ein paar Meter vor mir stand auf der Bühne des Hurricane-Festivals, Chester von Linkin Park.

Sein Tod hat für mich einen sehr faden Beigeschmack, verstehen kann ich es, die Gefühle die einen dazu bringen darüber nachzudenken sind mir auch sehr bekannt. Manch einer der mich kennt „ kann sich das gar nicht vorstellen“, aber dennoch war sie da diese Zeit, wo ich am liebsten aussteigen wollte. Mit ca. 14 Jahren bis Anfang 20 war es immer mal wieder Thema. Einfach aussteigen. „Dann hört alles auf! Ich hab endlich Ruhe! Muss mir den Scheiß nicht mehr mit ansehen!“ Was für ein erleichternder Gedanke!

Mit 17 Jahren erreichte mich das erste Mal so eine Nachricht, die Nachricht über den Tod eines Mensch der mir sehr viel bedeutet hat. Der mir „meinen Arsch“ gerettet hat! Sie hat mein Leben tief bewegt, verändert und in Bahnen gelenkt die ich eigentlich nicht wollte aber später als richtig erkannte. Sie war halt bewusster was das betraf. Meine Klassenlehrerin Heike Alfers, nahm sich ein Jahr nach dem wir alle irgendwie untergekommen waren das Leben. Auch im Sommer, auch nach dem wir uns ein paar Wochen vorher das letzte Mal alle zusammen getroffen hatten. Sie war etwas Besonderes für mich, auch wenn ich sie zeitweise wirklich gehasst habe. Ihr konnte ich das noch sagen und gerade deswegen traf es mich damals so tief. Die Welt hatte auf gehört sich zu drehen…

Sie hinterließ eine Tochter, ich glaube sie ist ein oder zwei Jahre älter als ich, auch Chester hinterlässt seine 6 Kinder. Niemand sollte es verurteilen, wir alle sollten uns lieber fragen:“ Warum führen wir ein so beschissenes Leben, wenn wir das gar nicht wollen?“

Nach außen hin glücklich oder reich und berühmt, das alles hilft Dir gar nichts – wenn Du nicht selbst herausfindest was Dich hier glücklich macht, warum es sich lohnt zu leben und hier zu sein. Wenn es schon nicht die eigenen Wunderkinder sind… hast Du nicht so gelebt wie Du es wolltest, sondern hast Dich in Formen pressen lassen und bist schon sehr viel länger tot.

Die Strukturen der Gesellschaft, der Zwang des Erfolgs, der Druck genügen zu müssen und nicht das herauszubringen was man selbst will, nicht dort leben zu können wo man will, machen zu können was man will, was einen glücklich macht, sind die Essenz unseres Un-glücks.

Und diese Selbst-bestimmtheit stirbt. Sie stirbt wenn wir von außen geformt werden, wenn wir gedrängt oder gelockt, überredet werden, wenn wir nicht geliebt werden und das Gefühl haben das uns was fehlt. Oft haben wir Dinge erlebt die uns sehr verletzt haben, diese Wunden heilen nicht mit der Zeit, das ist eine Lüge! Diese Wunden brechen immer wieder auf wenn Worte fallen, wenn Situationen gleich sind… „ich“ kann nicht darauf warten dass es vorbei geht Ich muss mein Selbst wieder beleben, Entscheidungen treffen und das kann ich nur alleine TUN. Wenn das Bauchgefühl stirbt und ich nur noch funktioniere, ist der Tod des Selbst nicht mehr weit.

Ich weiß mittlerweile dass viele Menschen innerlich schon gestorben sind, das Selbst ist schon tot oder zumindest im Koma. Der Freitod ist nur die Manifestation im Außen. Eine logische Abfolge also…

Wenn Du merkst, dass Du nicht das Leben lebst welches Du willst, wenn Du merkst Du störst Dich daran das Montag ist, zieh die Reißleine und steige aus!

Nicht aus dem Leben, sondern aus den Strukturen die Dich einpressen, die Dich ausbrennen lassen, die Dich unterdrücken und locken mit Versprechungen.

Chester ist leider ein Beispiel dafür das „reich und berühmt“ nicht der Schlüssel ist. Chester ist vielleicht ein Beispiel dafür das aus der Liebe zur Musik Leiden-schaft wurde. Denn auch aus dem was Du mit Liebe begonnen hast, mit Liebe tust kann ein Hamsterrad und ebenfalls eine einengende Struktur werden. Durch die Liebe ist das nur manchmal noch schwieriger zu erkennen. Und der Schock ist umso großer wenn man erkennt das man auch da nicht sich SELBST sein kann.

Lass es nicht zu, den Tod Deines Selbst hinzunehmen, befreie Dich aus den Zwängen, auch aus denen die Du Dir selbst aufgelegt hast und erlaube Dir glücklich zu sein!

Glücklich sein fühlt sich genauso an wie Traurigkeit, Du spürst Dich intensiv, nur es macht einfach mehr Spaß und ist ansteckend. Niemand kann Dir sagen ob es sich lohnt, ich aber kann Dir sagen, dass Du es lohnend gestalten kannst!

Ich überlege gerade was ich beiden gerne „vorher“ gesagt hätte, gleichzeitig überlege ich aber auch ob es was geholfen hätte? Ich hab keine Ahnung, da ich nicht weiß wonach ihre Seele sich sehnt und sie es nicht mitgeteilt haben wonach sie sich sehnen. Jemanden der wirklich gehen will, kann keiner aufhalten. Die Arbeit der „Veränderung, des "Aufhaltens“ muss sehr viel früher getan werden, von dem eigenen Selbst getan werden, da hätte ich ein paar Ideen.

Ideen, die genauso anstrengend sein werden wie depressiv zu sein. Dem Leben den Rücken zu zukehren ist anstrengend, ehrlich zu sich selbst zu sein ist mega anstrengend, es ist also gleich-gültig wo Du Deiner Energie reinsteckst, das Ziel ist nur ein ganz anderes. Und Du musst es selbst tun, nur musst Du es nciht alleine tun.

Ich bekomme jetzt keine Brücke zu meinen Einhörnern, aber ich bekomme eine Brücke zu meinen Pferden, Du hast – da bin ich mir sicher – dass in Deiner Nähe was Dich glücklich macht – mach mehr davon!!! Und lass Dir nichts anderes einreden, lass Dich nicht davon abhalten!

Ich weiß für einige ist das vielleicht die falsche Vorstellung und es wird drüber geschmunzelt; … aber was wäre – und davor habe ich echt mehr Angst als vor allem anderen – wenn wir wirklich nach dem Tod wiederkommen? Möglich wäre es, wir wissen es nicht!

Hey, ganz ehrlich – das ganz noch mal, weil ich es jetzt nicht gebacken bekommen habe das Beste draus zu machen!? Neeee, nicht noch mal den ganze Mist, darauf hab ich echt keinen Bock! Also, gibt es nur einen Weg- voran! Denn das Schlimmste liegt längst hinter mir! Auch hinter Dir! Und ich mach das nicht noch mal, auf keinen Fall!

Ich wünsche Dir das Du Dein Selbst immer in den Ausdruck bringst, das Du den Mut hast Dein Selbst zu beleben, das Du den Mut hast Grenzen zu durchbrechen, das Du den Mut hast anders zu sein als Dich anderen haben wollen! Und ich wünsche Dir, dass die Vorstellung das alles noch mal machen zu müssen, Dich so sehr auf Deinen Weg bringt wie mich. Dich anspornt die Energie auf ein glückliches Ziel zu lenken, auch wenn Du jetzt nicht weißt wie es sein könnte. LEBE DEIN SELBST, egal was andere von Dir denken!

Vielleicht hätte ich das gerne zu den beiden gesagt? Ich danke beiden, dass sie mein Leben begleitet haben, tatkräftig und wissend, unwissend und besonders! Danke!

Rest in peace und wenn ihr wieder kommen solltet, wartet auf mich!

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